05.01.2022 – Wohnmobil-/Fiat-Abgasskandal: Zwangsrückrufe nun auch bei Fiat

  • URTEILE ZUM THEMA FIAT ABGASSKANDAL
  • SEIT 2017 AUSSCHLIESSLICH IM ABGASSKANDAL TÄTIG
  • ERFAHRUNG AUS ÜBER 10.000 DIESELFÄLLEN
  • KOSTENFREIE & UNVERBINDLICHE ERSTEINSCHÄTZUNG
  • BUNDESWEITE VERTRETUNG

Seit dem Bekanntwerden des „Dieselabgasskandals“ bemühte sich der italienische Automobilhersteller Fiat Chrysler Automobiles (FCA, Stellantis) stets darum, etwaige Verdachtsmomente so gering wie möglich zu halten.

Einige Urteile, beispielsweise ein Urteil des LG Dortmund (Az. 21 O 285/21), beweisen jedoch, dass auch Fiat Abgasmanipulation betrieben hat. Zusätzlich wurden im Sommer 2020 Fiat Standorte in Deutschland, Italien und der Schweiz durch die Staatsanwaltschaft durchsucht. Der Verdacht: Manipulation der Abgaswarte von über 200.000 Fahrzeugen, davon etwa 90% Wohnmobile.

Kläger in den USA erhalten sogar bereits seit Anfang 2018 Schadensersatz wegen Manipulationen an rund 104.000 Fahrzeugen des Typs Jeep Grand Cherokee und Ram.

Rückrufe durch das Kraftfahrtbundesamt bei ersten Fiat Modellen

Das Kraftfahrbundesamt (KBA) hielt sich mit Zwangsrückrufen wegen der Abgasmanipulation gegen Fiat bisher noch zurück. Es stellte aber klar, dass es unzulässige Abschalteinrichtungen bei verschiedenen Fiat-Modellen, u. a. dem Ducato mit Multijetmotor, der Basis vieler Wohnmobile ist, festgestellt wurden. So führte es in einem Brief vom 05.05.2021 gegenüber der Deutschen Umwelthilfe aus:

„Zu den Erkenntnissen bei Wohnmobilen kann ich Ihnen vorab mitteilen, dass auch in eigenen Untersuchungen durch das Kraftfahrt-Bundesamt bei einigen Wohnmobilen hohe Stickoxidemissionen aufgrund von Unzulässigkeiten festgestellt wurden. Hierüber wurde die zuständige Typgenehmigungsbehörde im vergangenen Jahr nochmals informiert und aufgefordert, entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Die Europäische Kommission wurde ebenfalls über den Sachverhalt informiert. Da bisher von den zuständigen Behörden keine Maßnahmen eingeleitet wurden, werden unsererseits bereits weitere Schritte geprüft, damit die Unzulässigkeiten in den betroffenen Fahrzeugen entfernt werden.“

Da die zuständige italienische Behörde bisher nicht tätig wurde, scheint das KBA nun von sich aus tätig zu werden. Es erließ erste Zwangsrückrufe für die Modell Fiat Doblo und Fiat 500X. Es ist davon auszugehen, dass Rückrufe für den Fiat Ducato folgen werden. Die Rückrufe für den Fiat Doblo vom 08.11.2021 tragen die Codes 6350 und 6351. Konkret betrifft der Rückruf Fahrzeuge der Reihen Fiat Doblo (Fiat Doblo Cargo mit 1,3-Liter-Multijet-Dieselmotor Euronorm 6 und Fiat Doblo Panorama gleicher Motorisierung) und Fiat 500X (1,6-Liter-Motor Euronorm 6), die zwischen 2015 und 2020 gefertigt wurden.

Die Beschreibung beider Codes lautet: „Verbesserung der Emissionswerte unter realen Fahrbedingungen“.

Rechtsanwalt Dominik Wawra führt aus: „Im Zusammenhang mit dem Dieselabgasskandal ließen Formulierungen wie Verbesserung der Emissionswerte unter realen Fahrbedingungen bisher stets auf eine Manipulation der Emissionswerte schließen und auch die bereits 2016 erfolgte Einstufung des Fiat 500X als von der Abgasthematik betroffen bestätigt unserer Erfahrung nach den Verdacht der Abgasmanipulation. Es ist leider davon auszugehen, dass noch mehr Fiat-Modelle Zwangsrückrufe erhalten werden. Dies dürfte vor allem das Basisfahrzeug vieler Wohnmobile, den Fiat Ducato, betreffen, bei dem bereits Unzulässigkeiten seitens des Kraftfahrtbundesamts festgestellt wurden.“

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