16.01.2023 - Facebook Datenleck: Landgericht Paderborn - Betroffenen Nutzern der Facebook Datenpanne steht Schmerzensgeld zu

  • SPEZIALISIERT AUF VERBRAUCHERSCHUTZ
  • ERFAHRUNG AUS ÜBER 25.000 MANDATEN
  • BIS ZU 5.000 EURO SCHADENSERSATZ
  • KOSTENFREIE & UNVERBINDLICHE ERSTEINSCHÄTZUNG
  • BUNDESWEITE VERTRETUNG

Landgericht Paderborn: Betroffenen Nutzern der Facebook Datenpanne steht Schmerzensgeld zu

Über eine unzureichend gesicherte Funktion bei Facebook griffen Hacker die Daten von Hunderten Millionen Facebook-Nutzern ab, sechs Millionen davon in Deutschland. Ein neues Urteil vom 19.12.2022 (Aktenzeichen: 2 O 212/22 und 2 O 99/22) des Landgericht Paderborn bestätigt, dass den Nutzern, die von der Facebook Datenpanne betroffen sind, ein Schmerzensgeld in Höhe von 500 Euro zusteht. Betroffene Verbraucher stehen somit nicht schutzlos da, und haben einen Anspruch auf Schadensersatz.

Datenpanne aufgrund einer nicht richtig gesicherten Facebook-Funktion

Von dem Datenleck bei Facebook sind rund 6 Millionen Nutzer in Deutschland betroffen. Mittels einer Facebook Suchfunktion wurde den Facebook Nutzern ermöglicht, mit den Daten aus Ihren Kontakten zu überprüfen, ob die dort aufgeführten Personen ebenfalls einen Facebook-Account besitzen. Wenn eine Handynummer aus dem Adressbuch zu einem Nutzer passte, zeigte Facebook alle relevanten Daten an. Die geleakten Daten umfassten vollständige Nutzernamen, Geburtsdaten, E-Mail-Adressen und sogar den Beziehungsstatus der Nutzer. Die Hacker versorgten die Facebook Funktion automatisch und in enorm großer Anzahl mit erfundenen Handynummern und nahmen anschließend die von Facebook ausgegebenen Daten an sich. Auf diese Weise erbeuteten die Hacker Daten von Millionen Facebook-Nutzern weltweit. Seit 2019 berichten Facebook Nutzer vermehrt über Spam E-Mails. Schließlich kursierte zu Ostern im Jahr 2021 für viele Facebook Nutzer eine besorgniserregende Nachricht durch die Medien. Hudson Rock, eine Firma, die sich mit IT-Sicherheit beschäftigt, stieß auf das Facebook-Datenleck. Persönliche Daten von mehr als 530 Millionen Facebook Nutzern sind auf Hacker-Foren aufgetaucht und waren frei zugänglich.

Recht auf Schadensersatz als Betroffener Nutzer des Datenlecks

Neben zahlreichen anderen Gerichten hat auch nun das Landgericht Paderborn am 19.12.2022 zugunsten der Kläger des Facebook Datenlecks entschieden (Aktenzeichen: 2 O 212/22 und 2 O 99/22) und Ihnen 500 Euro Schadensersatz zugesprochen. Die zweite und die Dritte Kammer des Landgerichts Paderborn entschieden in diesem Fall. Dazu führten sie aus: Facebook hätte den Missbrauch der Daten unterbinden und die Benutzer in Bezug auf die Verwendung ihrer Daten getreu informieren müssen.

Facebook will Rechtsmittel einlegen

Facebook hält die Urteile für falsch und beabsichtigt Rechtsmittel einzulegen. Zur Begründung führt die Facebook- Sprecherin aus, dass es sich um keine klassische Hacker-Attacke handelt. Sondern es handelt sich um ein sogenanntes Scraping (Abgreifen von Daten) von öffentlich zugänglichen Daten der Nutzer, vor dem kein Unternehmen sicher sei. Ferner hätten in ähnlichen Fällen Gerichte bestätigt, dass aufgrund dem Scraping keine Haftungs- oder Schadensersatzansprüche gegen Facebook bestehen.

Ihre Rechte als betroffener des Facebook Datenlecks

Wenn Sie vom Datenleck betroffen sind, haben Sie auf der Grundlage von Art.15 DSGVO das Recht, Auskunft gegenüber Facebook zu verlangen, ob Sie vom Datenleck betroffen sind. Erteilt Ihnen Facebook keine oder nur eine unvollständige Auskunft hinsichtlich der Betroffenheit kann sich daraus bereits ein Schadensersatzanspruch nach Art.82 DSGVO ergeben. In kurzer Zeit haben viele deutsche Gerichte den Klägern hohe Schadensersatzansprüche zugesprochen aus Art.82 DSGVO bei Datenschutzverstößen. Das Landgericht Gießen (Urteil vom 30.09.2022 - Aktenzeichen: 3 O 256/22) und das Landgericht Zwickau (Urteil vom 14.09.2022 - Aktenzeichen: 7 O 334/22) haben jeweils zwei betroffenen Schadensersatzsummen in Höhe von 1.000 Euro zugesprochen. Das Landgericht Oldenburg (Urteil vom 20.10.2022 – Aktenzeichen: 5 O 1809/22) hat einem betroffenen sogar einen Schadensersatz in Höhe von 3.000 Euro zugesprochen.

Facebook Datenskandal: Bin ich betroffen? – Wawra & Gaibler hilft

Sie fragen sich, ob Sie vom Datenleck bei Facebook betroffen sind? Dann nutzen Sie jetzt unseren kostenlosen Facebook Datenleck-Checker. Sind Sie vom Datenleck betroffen, stehen Ihre Chancen gut, dass sie einen Anspruch auf Schadensersatz haben, da die ersten Gerichte in Deutschland Facebook Nutzern bereits Schadensersatz zugesprochen haben.

Zögern Sie nicht länger und machen Sie unseren Online-Check, um zu erfahren, ob Sie vom Facebook-Datenskandal betroffen sind und ob Ihnen einen Schadensersatzanspruch gegen Facebook zusteht.






Bekannt aus

Wawra & Gaibler Rechtsanwalts GmbH
- Verbraucherschutz und Arbeitsrecht Rechtsanwälte

Maximilianstraße 51, 86150 Augsburg Dr.-Kurt-Schumacher-Straße 25, 90402 Nürnberg Königstraße 7, 01097 Dresden Neupfarrplatz 16, 93047 Regensburg Dürkheimerstr. 25, 68309 Mannheim Colonnaden 39, 20354 Hamburg Obere Königsstr. 11, 34117 Kassel Luisenstr. 18, 65185 Wiesbaden