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22.10.2021 - Sensationsbeschluss: Ewiges Widerrufsrecht wohl auch bei Kilometerleasingverträgen!

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09.09.2021 - EuGH erklärt, dass Widerruf von praktisch allen deutschen Autofinanzierungen möglich ist und Verbraucher bezahlte Raten zurückfordern können! Kostenlose Ersteinschätzung!

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13.08.2020 Sixt-Leasing - OLG München: Bei Widerruf von Autoleasingverträgen muss die Sixt bisher bezahlte Leasingraten zurückzahlen.

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Widerruf Autokredit / Leasingvertrag

Viele Menschen erfüllten sich den Wunsch vom Traumauto über eine Finanzierung oder einen Leasingvertrag. Manchmal führen jedoch Veränderungen im privaten oder beruflichen Umfeld dazu, dass der Kredit- oder Leasingvertrag zur Belastung wird. Statt auf das Vertragsende zu warten, können Sie bereits deutlich früher aktiv werden und Ihren Auto-Widerrufsjoker nutzen. Alle Autobesitzer, die ihren Vertrag nach dem 12. Juni 2014 abgeschlossen haben, können mit dem Widerruf ihres Autokredit- oder Leasingvertrags bares Geld sparen, unter umständen sogar alle bisher gezahlten Raten sowie die Anzahlung zurückerhalten.

Inhaltsverzeichnis

Dr. iur. Florian Gaibler

Rechtsanwalt, Dipl. Jur.,
Geschäftsführender Gesellschafter

Dominik Wawra, M.Sc.

Rechtsanwalt, Dipl. Jur.,
Master of Science (Univ., BWL)
Geschäftsführender Gesellschafter

Möchten Sie Ihren Leasingvertrag / Autokredit widerrufen? Wir überprüfen gerne mit unserer Erfahrung unverbindlich und kostenfrei Ihren Anspruch.

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Warum kann die Autofinanzierung vorzeitig widerrufen werden?

Verbrauchern steht beim Abschluss eines Autokredit- oder Leasingvertrags grundsätzlich die Möglichkeit zu, den Vertrag innerhalb einer 14-tägigen Frist zu widerrufen. Häufig haben die finanzierenden Banken allerdings wichtige Informationen in den Widerrufsinformationen umständlich oder fehlerhaft formuliert. Das Gesetz regelt, dass in einem solchen Fall hat die Widerrufsfrist nie zu laufen begonnen hat. Der Leasing- oder Kreditvertrag kann also weiterhin widerrufen werden. Dies gilt selbst bei bereits abgeschlossenen Leasing- oder Darlehensverträgen.
Betroffen sind rund 20 Millionen Autokredit- bzw. Leasingverträge. Wichtig ist hierbei nur, dass Ihr Vertrag nach dem 12. Juni 2014 abgeschlossen wurde. Keine Rolle spielt hingegen, ob es sich bei dem Fahrzeug um einen Neu- oder Gebrauchtwagen, einen Diesel oder einen Benziner handelt.

Was sagt der EuGH zum Widerruf der Autofinanzierung? Urteil 2020/2021.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat am 26. März 2020 (Az.: C-33/20, C-155/20 und C-187/20) entschieden, dass die in vielen deutschen Leasing- und Darlehensverträgen enthaltenen Widerrufsinformationen für den Verbraucher nicht verständlich sind. Hinsichtlich des Beginns der Widerrufsfrist wird in den meisten Verträgen auf ein lange und undurchsichtige Verweisungskette von Paragrafen verwiesen, die der Kunde nicht nachvollziehen kann. Der Brüsseler Richterspruch führt dazu, dass die 14-tägige Frist zum Widerruf des Leasing- oder Kreditvertrags nie zu laufen begonnen hat und der Vertrag noch heute widerrufen werden kann.

Mit weiterem Urteil vom 09.09.2021 bestätigte der Europäische Gerichtshof nochmals ausdrücklich, dass die meisten Autofinanzierungen auch nach Ablauf der 14-Tagesfrist noch wiederrufbar sind, da die Widerrufsfrist nie zu laufen begann. Betroffen waren Autofinanzierungsverträge der VW Bank, der Skoda Bank und der BMW-Bank. Dieselben Klauseln, die in diesen Verträgen vom EuGH beanstandet wurden, finden sich in fast allen Leasing- und Kreditverträgen – auch von anderen Banken. Der EuGH bemängelte folgende Punkte:

  • Fehlerhafte Zinsangaben: die Kreditverträge müssen zum einen den zum Zeitpunkt seines Abschlusses geltenden Verzugszinssatz als Prozentsatz angeben und zum anderen, falls dieser Zinssatz sich ändern kann, die Berechnungsformel angeben, nach der er berechnet wird, sowie, sofern insoweit auf einen Referenzzinssatz oder Referenzwert als Variable zurückgegriffen wird, das Datum seiner Bekanntgabe sowie wo und von wem er bekanntgegeben wurde. Die VW-Bank, die Skoda-Bank und die BMW-Bank haben diese Informationen in ihren Finanzierungsverträgen nicht korrekt erteilt.
  • Keine ausreichenden Angaben zu Beschwerdemöglichkeiten des Verbrauchers: im Kreditvertrag müssen Folgende Angaben vollständig aufgeführt sein: alle außergerichtlichen Beschwerde- oder Rechtsbehelfsverfahren, die dem Verbraucher zur Verfügung stehen, und gegebenenfalls die Kosten dieser Verfahren, ob die Beschwerde oder der Rechtsbehelf auf Papier oder elektronisch einzureichen ist, die physische oder elektronische Adresse, an die eine solche Beschwerde oder ein solcher Rechtsbehelf zu richten ist, sowie die zu beachtenden formalen Voraussetzungen, soweit ihre Nichtbeachtung zum Verlust jeglicher Möglichkeit des Verbrauchers, seine Rechte geltend zu machen, führen könnte. Auch diese Informationen erteilten die VW-Bank, die Skoda-Bank und die BMW-Bank nicht korrekt.

Fehler Widerrufsbelehrung

a. Kaskadenverweis

Die meisten Widerrufsbelehrungen enthalten folgenden Passus:

Der Darlehensnehmer kann seine Vertragserklärung innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen widerrufen. Die Frist beginnt nach Abschluss des Vertrags, aber erst, nachdem der Darlehensnehmer alle Pflichtangaben nach § 492 Absatz 2 BGB (z. B. Angabe zur Art des Darlehens, Angabe zum Nettodarlehensbetrag, Angabe zur Vertragslaufzeit) erhalten hat.


Diese Widerrufsbelehrung verstößt gegen Europäisches Recht, nämlich gegen Art. 10 Abs. 2 Buchst. p der Richtlinie 2008/48/EG. Dies hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) mit Urteil vom 26.03.2020, Rechtssache C-66/19 eindeutig festgestellt.

Mit Urteil vom 27.10.2020 hat der XI. Zivilsenat des BGH nun auch seine vorherige Rechtsprechung (BGH Urteil vom 19.03.2019, Az.: XI ZR 44/18, BGH Urteil vom 31.03.2020, Az.: XI ZR 498/19) revidiert und stuft den Kaskadenverweis nicht mehr als klar und verständlich ein, sondern schließt sich der Auffassung des EuGH (Urteil vom 26.03.2020, Az.: C-66/19) an, vgl. BGH Urteil vom 27.10.2020, Az.: XI ZR 498/19:

„Die nationalen Regelungen in § 492 Abs. 2 BGB und Art. 247 § 6 EGBGB lassen nach ihrem Wortlaut offen, ob und auf welche Weise in der Widerrufsinformation auf die zu erteilenden Pflichtangaben hinzuweisen ist. Nach Art. 247 § 6 Abs. 1 Satz 1 EGBGB muss dies lediglich klar und verständlich sein. Diese Voraussetzung ist auslegungsfähig, so dass bei einer richtlinienkonformen Auslegung eine Verweisung auf weitere Rechtsvorschriften den Anforderungen an Klarheit und Verständlichkeit nicht genügt.“

b. Verzugszinssatz

Der Verbraucher muss ordnungsgemäß über den Verzugszinssatz informiert werden. Nach Art. 247 § 3 Abs. 1 Nr. 11 EGBGB muss die Unterrichtung den Verzugszinssatz und die Art und Weise seiner etwaigen Anpassung sowie gegebenenfalls anfallende Verzugskosten enthalten. Das LG München stellte hierzu bereits fest, dass aus Transparenzgründen, die zum Zeitpunkt der Information maßgebliche absolute Zahl des Verzugszinssatzes zu nennen sind. Fehlt diese Information ist die Widerrufsbelehrung, nach der richtigen Ansicht des LG, fehlerhaft. Der EUGH sieht in seinem Urteil vom 9. September 2021 in den verbundenen Rechtssachen C-33/20, C-155/20 und C-187/20 nun die Angabe des zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses geltenden Verzugszins in Form eines konkreten Prozentsatzes ebenfalls als erforderlich an. Darüber hinaus fordert der EUGH auch, dass der Mechanismus der Berechnung des Verzugszinses konkret beschrieben werden muss.
Zur Begründung wird zunächst der Wortlaut von Art. 10 Abs. 2 Buchst. l der Richtlinie 2008/48 herangezogen, vgl. Art 10 Abs II der Richtlinie 2008/48:
Im Kreditvertrag ist in klarer, prägnanter Form Folgendes anzugeben:
[…]
l) der Satz der Verzugszinsen gemäß der zum Zeitpunkt des Abschlusses des Kreditvertrags geltenden Regelung und die Art und Weise seiner etwaigen Anpassung sowie gegebenenfalls anfallende Verzugskosten;
[…]

Auch die systematische Stellung spricht für eine konkrete Angabe:
So wird in Art 3 gleicher Richtline gefordert den effektiven Jahreszinses, des Sollzinssatzes und des festen Sollzinssatzes in Prozentsätzen auszudrücken. Insbesondere spricht auch der Sinn und Zweck der Richtlinie 2008/48 und auch konkret Art 10 für dieses Vorgehen, vgl. 31. Erwägungsgrund der Richtlinie 2008/48/EG :
Alle notwendigen Informationen über die Rechte und Pflichten, die sich für den Verbraucher aus dem Kreditvertrag ergeben, sollten in klarer, prägnanter Form im Kreditvertrag enthalten sein, damit der Verbraucher diese zur Kenntnis nehmen kann.

Einem Durchschnittsverbraucher ohne Fachkenntnisse im Finanzbereich soll es deswegen möglich sein auf Grundlage der Angaben im Kreditvertrag den Verzugszins zu berechnen.

c. Die Vorfälligkeitsentschädigung

Gem. Art. 247 § 7 Nr. EGBGB muss in dem Vertrag die Berechnungsmethode für eine Vorfälligkeitsentschädigung angegeben werden. Entgegen den Anforderungen des Art. 247 § 7 Nr. 3 EGBGB wurde die Berechnungsmethode für die Vorfälligkeitsentschädigung in vielen Fällen von den Fianzierungsbanken nicht mitgeteilt. Die Bezugnahme auf „vom Bundesgerichtshof vorgeschriebene finanzmathematische Rahmenbedingungen“ und die Berücksichtigung bestimmter, nicht abschließend genannter Kriterien bei der Berechnung genügt nicht.

Der EuGH lässt in seinem Urteil vom 9. September 2021 in den verbundenen Rechtssachen C-33/20, C-155/20 und C-187/20 den Verweis auf die finanzmathematischen Rahmenbedingungen nicht genügen.

Der EUGH stellt hierbei auf Art. 10 Abs. 2 Buchst. r der Richtlinie 2008/48 ab, diese lautet wie folgt:
Art. 10 Abs. 2 der Richtlinie 2008/48:
(2) Im Kreditvertrag ist in klarer, prägnanter Form Folgendes anzugeben:

[…]
r) das Recht auf vorzeitige Rückzahlung, das Verfahren bei vorzeitiger Rückzahlung und gegebenenfalls Informationen zum Anspruch des Kreditgebers auf Entschädigung sowie zur Art der Berechnung dieser Entschädigung;
[…]

Die Richtlinie 2008/48 sieht für den Gewerbetreibenden (also die Leasingbank) die Pflicht vor, den Verbraucher über sämtlichen Inhalt der ihm unterbreiteten Vertragserklärung zu informieren. Sind bestimmte Aspekte davon durch bindende Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats geregelt, so muss der Gewerbetreibende den Verbraucher insoweit nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs in klarer, prägnanter Form über den Inhalt dieser Vorschriften belehren, damit der Verbraucher seine Rechte und Pflichten zur Kenntnis nehmen kann.

Der EUGH fordert, dass die Entschädigung, die bei vorzeitiger Rückzahlung des Darlehens fällig wird, in einer konkreten und für einen Durchschnittsverbraucher leicht nachvollziehbaren Weise anzugeben ist. Nach richtiger Ansicht des EUGH genügt ein einfacher Verweis auf die finanzmathematischen Rahmenbedingungen, wie er in fast allen Finanzierungsverträgen verwendet wurde, eben nicht.

d. Das außergerichtliche Beschwerde- und Rechtsbehelfsverfahren

Die meisten Verbraucher wurden in ihren Darlehens- oder Leasingverträgen nicht gemäß den gesetzlichen Anforderungen über die Möglichkeit und das Verfahren eines außergerichtlichen Beschwerde- und Rechtsbehelfsverfahrens informiert.

Der EuGH stellt in seinem Urteil vom 9. September 2021 in den verbundenen Rechtssachen C-33/20, C-155/20 und C-187/20 hohe Anforderungen an die Angabe über die Möglichkeit und das Verfahren eines außergerichtlichen Beschwerde- und Rechtsbehelfsverfahrens.

Laut EuGH soll dem Verbraucher die Möglichkeit eingeräumt werden sich an eine Stelle zu wenden, die Verfahren zur alternativen Streitbeilegung anbietet. Damit der Verbraucher einschätzen kann, ob ein solches außergerichtliches Verfahren sinnvoll ist, muss im Streitfall in kurzer Zeit herauszufinden sein, wie und ob der Unternehmer sich an einem solchen Verfahren beteiligen wird.

Ein einfacher Verweis auf eine Seite im Internet von der die Verfahrensordnung abzurufen ist sowie ein Verweis auf ein Schriftstück oder Dokument, in dem die Modalitäten der außergerichtlichen Beschwerde- und Rechtsbehelfsverfahren festgelegt sind, kann demnach nicht als ausreichend erachtet werden.

e. Der Hinweis auf das Vorliegen eines verbundenen Vertrages

Die meisten Leasing- und Darlehensverträge zur Autofinanzierung informierten die Verbraucher nicht gemäß den gesetzlichen Anforderungen darüber, dass es sich um einen sog. verbundenen Vertrag handelt. Unter einem verbundenen Vertrag versteht man einen Vertrag zwischen einem Verbraucher und einem Unternehmer über die Lieferung einer Ware, der mit einem Darlehensvertrag verbunden ist. Dies ist bei einer Autofinanzierung immer der Fall. Nach Urteil des EUGH vom 9. September 2021 in den verbundenen Rechtssachen C-33/20, C-155/20 und C-187/20 ist ein Hinweis im Vertrag darauf, dass es sich um einen verbundenen Kreditvertrag handelt, zwingend erforderlich. Diese Informationspflicht diene dem Verbraucherschutz. Der Verbraucher soll seine Rechte und Pflichten zur Kenntnis nehmen können.

Nach Art. 10 Abs. 2 Buchst. a, c und e der Richtlinie 2008/48 ist aus diesem Grund im Kreditvertrag in klarer, prägnanter Form die die Art des Kredits, die Laufzeit des Kreditvertrags und bei Krediten in Form eines Zahlungsaufschubs für eine bestimmte Ware oder Dienstleistung oder bei verbundenen Kreditverträgen die Ware oder die Dienstleistung und der Barzahlungspreis anzugeben. Gerade die Information, ob ein Verbundener Kreditvertrag geschlossen wird, ist hierbei von Interesse.

Widerruf Autokredit / Autodarlehensvertrag

Bei Autokrediten bzw. Autodarlehnsverträgen sticht der Widerrufsjoker (EuGH, Urteil vom 9. September 2021, Rechtssachen C-33/20, C-155/20 und C-187/209). Keine Rolle spielt, ob der Vertrag noch läuft oder bereits abgeschlossen ist.

Widerruf Restwertleasing

Auch Restwertleasingverträge können widerrufen werden. Das Urteil des EuGHs gilt auch für solche Verträge.

Widerruf Kilometerleasing

Nach Einschätzung der Verbraucheranwälte Wawra und Gaibler sind auch Kilometerleasingverträge widerrufbar. Das Landgericht Ravensburg folgte in einem aktuellen von der Kanzlei Wawra & Gaibler geführten Verfahren (Az. 2 O 390/20) zum Widerruf eines Kilometerleasingvertrags der Argumentation der Kanzlei Wawra & Gaibler. Das Gericht geht davon aus, dass auch Kilometerleasingverträge mit rechtswidriger Widerrufsbelehrung gegen europäisches Recht verstoßen und somit ewig widerrufbar sind. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte dies im Februar 2021 noch anders entschieden. Diese Rechtsansicht verstößt jedoch gegen europäisches Recht. Das Landgericht Ravensburg hat daher die Frage, ob auch Kilometerleasingverträge grundsätzlich widerrufbar sind, dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) zur Klärung vorgelegt.


Das Landgericht Ravensburg hat sich in einem Parallelfall schon einmal gegen die Ansicht des Bundesgerichtshofs (BGH) gestellt und bekam vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) in allen Punkten Recht. Folge war, dass die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu Darlehensverträgen und Restwertleasing obsolet wurde (Urteil vom 9. September 2021, Rechtssachen C-33/20, C-155/20 und C-187/20). Fehlerhafte Autokredite und Restwertleasingverträge sind widerrufbar. Die Anwälte der Kanzlei Wawra & Gaibler gehen davon aus, dass die Luxemburger Richter dies auch für Kilometerleasingverträge in Kürze klarstellen.

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Bei welchen Banken können die Finanzierungsverträge widerrufen werden?

Hier eine nicht abschließende Aufzählung von Finanzierungsbanken, die besonders häufig fehlerhafte Widerrufsinformationen erteilten:

  • ALFA ROMEO BANK
  • AUDI-BANK
  • AUTO EUROPA BANK
  • BANK11
  • BMW BANK
  • FCA BANK
  • FIAT BANK
  • FORD BANK
  • HONDA BANK
  • JAGUAR BANK
  • LANCIA BANK
  • LAND ROVER BANK
  • MASERATI BANK
  • MERCEDES-BENZ BANK
  • MKG BANK (MITSUBISHI)
  • MOBILITY CONCEPT
  • NISSAN BANK
  • OPEL BANK
  • PEUGEOT BANK
  • PORSCHE BANK
  • RENAULT BANK
  • SANTANDER CONSUMER BANK
  • SEAT BANK
  • SIXT LEASING
  • SKODA BANK
  • TARGOBANK
  • TOYOTA KREDITBANK
  • VOLKSWAGEN BANK
  • AKF BANK
  • ALD LEASE FINANZ
  • AIL LEASING
  • BANK DEUTSCHES KRAFTFAHRZEUGGEWERBE
  • JEEP BANK

Wie funktioniert der Widerruf meiner Autokredits / Leasingvertrags?

Am einfachsten laden Sie über unser Kontaktformular die angeforderten Dokumente hoch oder senden sie uns per Email an kontakt@anwalt-verbraucherschutz.de. Im Rahmen einer kostenlosen Ersteinschätzung teilen wir Ihnen mit, ob ein Vorgehen in Ihrem Fall Sinn macht oder nicht. Sollte ein weiteres Tätigwerden gegen die finanzierende Bank notwendig sein, übernehmen wir kostenlos die Korrespondenz mit dem Rechtsschutzversicherer, der die Kosten eines solchen Falles in der Regel übernimmt. Sollte keine Rechtsschutzversicherung bestehen, besprechen wir mit Ihnen – bevor irgendwelche kostenauslösenden Maßnahmen vorgenommen werden – die Risiken und Chancen eines weiteren Vorgehens. Sie tragen also kein Kostenrisiko, wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen.

Wieviel Geld spart ein Widerruf?

Dass ein Tätigwerden bares Geld wert sein kann, erläutert Rechtsanwalt Dr. Gaibler anhand folgenden Rechenbeispiels: „Nehmen wir an, Sie haben am 30.07.2018 ein Fahrzeug zu einem Kaufpreis von 30.000 Euro gekauft und den Kauf darlehensfinanziert. Sie haben eine Anzahlung von 6.000 Euro geleistet und müssen monatliche Raten in Höhe von 400 Euro an die Bank leisten. Der Zinssatz Ihres Darlehens beträgt 0,9 Prozent. Im August 2021 erklären sie den Widerruf des Darlehens, nachdem Sie 40.000 Kilometer mit dem Fahrzeug gefahren sind. Bis zum Zeitpunkt des Widerrufs haben sie somit 19.600 Euro bezahlt. Zurück erhalten Sie sämtliche Kreditraten und die geleistete Anzahlung. Lediglich die normalerweise sehr geringen Kreditzinsen bis zum Zeitpunkt des Widerrufs darf die Bank behalten. Sie erhalten also einen Betrag in Höhe von 19.150 Euro zurück. Im Ergebnis heißt das, dass Sie Ihr Auto knapp 3 Jahre und 40.000 km für 450 Euro gefahren haben.“

Erfahrungen mit dem Widerruf von Autokrediten und Leasingverträgen

Unsere langjährige Erfahrung im Bereich Widerruf Autofinanzierungen zeigt, dass eine gerichtliche Auseinandersetzung mit den Finanzierungsbanken häufig nicht nötig ist. Rechtsanwalt Dominik Wawra erläutert hierzu: „Die Rechtslage ist durch das nun gesprochene EuGH-Urteil eindeutig. Die Verbraucher haben die Möglichkeit ihren Leasing- oder Darlehensvertrag zu widerrufen. Aufgrund der eindeutigen Positionierung des obersten Europäischen Gerichts wollen auch die Finanzierungsbanken gerichtliche Auseinandersetzungen vermeiden, so dass wir in der Regel schnell außergerichtliche Einigungen im Sinne unserer Mandanten erzielen können.“

Häufig werden ohne das Einschalten von Gerichten Vergleiche mit den Banken ausgehandelt, nach denen die Kunden ihr Fahrzeug behalten können (sofern sie dies wollen) und ein Großteil der bezahlten Raten zurückerstattet wird. Dies geht häufig innerhalb weniger Wochen. Mandanten müssen also keinen jahrelangen Rechtsstreit führen.

Was kostet die Durchsetzung des Widerrufs, übernimmt die Rechtsschutzversicherung die Kosten?

Wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, übernimmt diese die Kosten der Durchsetzung des Widerrufs Ihrer Autofinanzierung. Sollte keine Rechtsschutzversicherung bestehen, besprechen wir mit Ihnen – bevor irgendwelche kostenauslösenden Maßnahmen vorgenommen werden – die Risiken und Chancen eines weiteren Vorgehens. Sie tragen also kein Kostenrisiko, wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen.

Alle Autokredit- und Restwertleasingverträge, die ab dem 11.06.2010 abgeschlossen wurden, können mit dem Widerrufsjoker angegriffen werden, sofern Sie den Vertrag als Verbraucher abgeschlossen haben und „falsch“ über ihr Widerrufsrecht belehrt wurden. Bei Kilometerverträgen ist die Rechtslage nicht so eindeutig. Nach Einschätzung der Verbraucheranwälte Wawra und Gaibler sind auch Kilometerleasingverträge widerrufbar. Das Landgericht Ravensburg folgte in einem aktuellen von der Kanzlei Wawra & Gaibler geführten Verfahren (Az. 2 O 390/20) zum Widerruf eines Kilometerleasingvertrags der Argumentation der Kanzlei Wawra & Gaibler. Das Gericht geht davon aus, dass auch Kilometerleasingverträge mit rechtswidriger Widerrufsbelehrung gegen europäisches Recht verstoßen und somit ewig widerrufbar sind. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte dies im Februar 2021 noch anders entschieden. Diese Rechtsansicht verstößt jedoch gegen europäisches Recht. Das Landgericht Ravensburg hat daher die Frage, ob auch Kilometerleasingverträge grundsätzlich widerrufbar sind, dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) zur Klärung vorgelegt.

Der Widerruf muss in Textform gegenüber der Autobank oder Leasinggesellschaft erklärt werden. Die Text form erfüllen maschinell erstellte oder handgeschriebene Briefe, Computerfaxe, gespeicherte E-Mails, SMS oder Telefaxe. Der Widerruf muss den Vertrag bezeichnen der widerrufen wird und die Person, die den Widerruf erklärt. Das Widerrufsschreiben muss keine Begründung enthalten.

Nein, der Widerruf kann bei allen Kredit- oder Leasingverträgen erklärt werden, egal ob es sich um ein Diesel-, Benziner-, Hybrid- oder Elektroauto handelt.

Nein, grundsätzlich nicht. Es sei denn, der Vertrag wurde im Rahmen einer Existenzgründung geschlossen. Dies sollte ausdrücklich auf dem Vertrag vermerkt worden sein.

Grundsätzlich ja. Auf Rechtsmissbrauch können sich die Autobanken bzw. Leasinggesellschaften nach der klaren Rechtsprechung des EuGHs vom 09.09.2021 nicht berufen.

Ja, hierzu raten wir. Die Banken werden den Widerruf häufig nicht akzeptieren. Die Raten sollten unter Vorbehalt weiterbezahlt werden. Am Ende der Auseinandersetzung mit der Bank ist diese im Falle eines erfolgreichen Widerrufs verpflichtet, alle Raten zurückzuerstatten.

Uns ist in unserer jahrelangen Beratungspraxis kein Fall bekannt, in dem ein Mandant, der seinen Vertrag widerrufen hatte, Probleme bekam eine neue Autofinanzierung zu bekommen.

Sie erklären gegenüber der Autobank oder der Leasingbank den Widerruf uns senden uns umgehend eine Kopie Ihres Widerrufsschreibens sowie einen Postbeleg über den Versand des Widerrufsschreibens zu. Falls Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, sollten Sie uns auch diese Unterlagen zur Verfügung stellen. Wir übernehmen, dann die Abwicklung mit der Bank. Sollte die Bank Ihren Widerruf zunächst nicht akzeptieren, versuchen wir eine außergerichtliche Lösung mit der Bank zu finden. Ist dies nicht möglich, setzen wir Ihre Ansprüche gerichtlich durch. Wir kümmern uns stets darum, dass Ihr Rechtsschutzversicherer die Kosten des Verfahrens übernimmt, so dass Sie keinem Kostenrisiko ausgesetzt sind.

Sollten eine außergerichtliche Lösung erzielt werden können, müssen Sie ungefähr mit einer Dauer von 8 Wochen rechnen. Im Falle, dass ein Gerichtsprozess notwendig werden würde, beträgt die Verfahrensdauer in der Regel 6 bis 8 Monate.

Nehmen wir an, Sie haben am 30.10.2018 ein Fahrzeug zu einem Kaufpreis von 30.000 Euro gekauft und den Kauf darlehensfinanziert. Sie haben eine Anzahlung von 6.000 Euro geleistet und müssen monatliche Raten in Höhe von 400 Euro an die Bank leisten. Der Zinssatz Ihres Darlehens beträgt 0,9 Prozent. Im September 2021 erklären sie den Widerruf des Darlehens, nachdem Sie 40.000 Kilometer mit dem Fahrzeug gefahren sind. Bis zum Zeitpunkt des Widerrufs haben sie somit 19.600 Euro bezahlt. Zurück erhalten Sie sämtliche Kreditraten und die geleistete Anzahlung. Lediglich die normalerweise sehr geringen Kreditzinsen bis zum Zeitpunkt des Widerrufs darf die Bank behalten. Sie erhalten also einen Betrag in Höhe von 19.150 Euro zurück. Im Ergebnis heißt das, dass Sie Ihr Auto knapp 3 Jahre und 40.000 km für 450 Euro gefahren haben.

Nein, die Erklärung eines unberechtigten Widerrufs führt nicht zu einem Kündigungsrecht auf Seiten der Bank. Es kommen auch keine Kosten auf Sie zu.

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