Im Rahmen des Betrugsprozesses bezüglich manipulierter Abgaswerte von Dieselautos hat der ehemalige Chef von Audi, Rupert Stadler, ein Geständnis abgelegt. Somit hat er Aussicht auf eine Bewährungsstrafe. Vor dem Landgericht München bestätigte er die von seiner Verteidigerin vorgetragene Erklärung. In dieser gab Stadler zu, fehlerhaft gehandelt zu haben. Zwar wäre es ihm möglich gewesen, einzugreifen, allerdings habe er dies unterlassen. Er bedauere das sehr. Er gab zu, es hätte mehr Sorgfalt gebraucht. Stadler hat als erster VW-Konzernvorstand im Abgasskandal den Vorwurf vor Gericht anerkannt, dass er sich wegen Betrugs durch Unterlassen strafbar gemacht hat. Nach einem umfassenden Geständnis bot ihm die Wirtschaftsstrafkammer eine Chance zur Bewährung, wenn er zusätzlich 1,1 Millionen Euro zahlt.
Die Staatsanwaltschaft hat bereits die vom Gericht vorgeschlagene Vereinbarung akzeptiert. Zwar hatte Stadler Anfang Mai sein Schuldeingeständnis angekündigt, forderte allerdings zusätzliche Zeit zur Vorbereitung. Jetzt hat er seine Ankündigung wahr gemacht und sein Geständnis abgelegt. Stadler war früher Chef des Audi-Konzerns und VW-Vorstand. Mehrere Jahre beteuerte er seine Unschuld. Stadler rückte auch während des gesamten Prozesses nicht davon ab. Und dieser dauert bereits 2,5 Jahre. Jedoch änderte sich seine Haltung Ende März, und zwar genau zu dem Zeitpunkt, als das Gericht ihm androhte, dass er ohne Geständnis ins Gefängnis kommen würde. Das Gericht vermutet nämlich, dass Stadler spätestens im Sommer 2016 von den Manipulationen der Abgaswerte erfahren hatte. Trotzdem hat er weder gehandelt noch die Handelspartner informiert. Stattdessen hat Stadler den Verkauf der manipulierten Fahrzeuge bis Anfang 2018 einfach weiterlaufen lassen.
Auch der ehemalige Chef der Motoren-Entwicklung von Audi, Wolfgang Hatz, sowie zwei der leitenden Ingenieure haben ebenfalls die Manipulation der Motoren-Software gestanden. Sie installierten die unzulässigen Abschalt-Einrichtungen. Dadurch hielten die Fahrzeuge zwar die Stickoxid-Grenzwerte auf dem Prüfstand ein, jedoch nicht im normalen Straßenverkehr. Hatz und einer seiner Ingenieure erhalten wahrscheinlich lediglich eine Bewährungsstrafe. Das Verfahren gegen den anderen Ingenieur wurde bereits eingestellt - gegen eine Geldauflage. Der Prozess dauert seit September 2020 an. Ein Urteil fällt voraussichtlich im Juni 2023.
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