VW Motor EA288 ist auch vom Dieselskandal betroffen!

Der Motorentyp EA288 ist der Nachfolgemotor des Skandal-Motors EA189. Seit 2012 wurde der
EA288 in fast allen Fahrzeugen des Konzerns verbaut. Den Motor gibt es mit 1422 ccm, 1598 ccm und
1986 ccm. Auch dieser Motor ist vom Abgasskandal betroffen. Für Modelle der
Marken VW, Audi, Seat und Skoda bestehen Schadenersatzansprüche.

Abgasgrenzwerte werden im Straßenverkehr massiv überschritten

Die sogenannte „Fahrkurvenerkennung“, deren Existenz von VW nicht bestritten wird, dient zur
Erkennung des Prüfzyklus und steuert die Abgas-Nachbehandlung des Fahrzeugs. Sie sorgt dafür,
dass die Fahrzeuge den Prüfstand erkennen und dort die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte
einhalten. Im realen Fahrbetrieb auf der Straße werden die Grenzwerte hingegen um ein Vielfaches
überschritten. Interne Dokumente und Gutachten des Volkswagen-Konzerns belegen, dass es zwei
Modi zur Abgasreinigung gibt – einen „sauberen“ für den Prüfstand und einen „schmutzigen“ für den
Straßenbetrieb.

EA288 betroffene Modelle

Im Zuge der Enthüllungen um den VW-Abgasskandal gaben ein VW-Manager und eine mit den US-
Ermittlungen vertraute Person gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters an, dass auch die
Motoren des Typs EA288 von der Abgasmanipulation betroffen seien.
Nachdem die Volkswagen AG noch am 15. Oktober 2015 bestritten hatte, es seien andere Motoren
als die der Baureihe EA189 manipuliert worden, gab ein Unternehmenssprecher am 22. Oktober
2015 zu, dass auch die Baureihe EA288 betroffen sei. Bereits am 18. September 2015 listete
das California Air Resources Board in seinem Anschreiben an VW zusätzlich das Modelljahr 2015 der
EA288-Baureihe (dort als Gen3 bezeichnet) auf, die mit einer manipulierten Steuersoftware
mit Abschalteinrichtung ausgestattet wurde.

Gerichte verurteilen VW wegen des Motors EA288

Auch in Deutschland verurteilen die Gerichte mittlerweile VW wegen Abgasmanipulationen beim
Motor EA288. Den Anfang machte das Landgericht Duisburg mit Urteil vom 30. Oktober 2018
(Aktenzeichen 1 O 231/18). Die Volkswagen AG habe während der Hauptverhandlung eindeutig
zugegeben, dass bei einem VW Golf VII mit EA288 eine Abschalteinrichtung und eine
Zykluserkennung (diese erkennt, ob das Fahrzeug auf einem Abgas-Prüfstand steht) eingebaut
wurden. Nur dadurch habe man die Grenzwerte der EU6-Norm eingehalten, urteilte das Gericht. Die
Volkswagen AG habe daher „vorsätzlich“ und „sittenwidrig“ gehandelt und müsse dem Einzelkläger
den ursprünglichen Kaufpreis ersetzen. Mittlerweile folgten zahlreiche weitere Landgerichte dieser
Argumentation und verurteilten VW wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung. Am 9. April 2021
entschied mit dem OLG Naumburg erstmals ein Oberlandesgericht über einen EA288, dass auch der
Motor EA288 (im Fall: Erstzulassung 4. September 2015) betrügerisch hergestellt und verkauft
wurde.

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Die verbotenen Abschalteinrichtungen im Motor EA288

  • Volkswagen verwendet bei Fahrzeugen mit dem Motor EA288 einen „defeat device“. Eine Abschalteinrichtung bzw. ein defeat device ist nach dem ausdrücklichen Wortlaut des Art 3 Nr. 10 VO (EG) Nr. 715/2007 „ein Konstruktionsteil, das die Temperatur, die Fahrzeuggeschwindigkeit, die Motordrehzahl (UpM), den eingelegten Getriebegang, den Unterdruck im Einlasskrümmer oder sonstige Parameter ermittelt, um die Funktion eines beliebigen Teils des Emissionskontrollsystems zu aktivieren, zu verändern, zu verzögern oder zu deaktivieren, wodurch die Wirksamkeit des Emissionskontrollsystems unter Bedingungen, die bei normalem Fahrzeugbetrieb vernünftigerweise zu erwarten sind, verringert wird.
  • VW verwendet bei Fahrzeugen mit dem Motor EA288 eine Softwarefunktion, die den neuen europäischen Fahrzyklus NEFZ (wenn ein Fahrzeugmodell im NEFZ die Abgaswerte einhält, erhält es eine Typengenehmigung, andernfalls nicht) anhand von sog. „Fahrkuren“ erkennt und dafür sorgt, dass das Fahrzeug ca. 1200 Sekunden nach Motorstart (solange dauert die NEFZ-Prüfung) in einen anderen Betriebsmodus (den „schmutzigen“) Abgasmodus wechselt und in diesem mindestens das 3,8-fache an zulässigem Stickoxid ausstößt. Die Frage, die sich in diesem Zusammenhang natürlich aufdrängt, ist, warum die Abgasrückführung just nach Ablauf der 1200 s massiv reduziert wird und nicht beispielsweise nach 500 s oder 2000 s. Die Antwort ist, dass die VW genau wusste, dass der standartisierte NEFZ Testzyklus 1180 s dauert und man nach „Bestehen“ dieses Testzykluses die Typengenehmigung für das Fahrzeug erhält. Dass das Fahrzeug im realen Fahrbetrieb weit höheren Ausstoß aufweist, als gesetzlich zulässig, war VW egal.
  • Außerdem verändert Volkswagen beim Motor EA288 abhängig vom Motorzustand (Kühlwasser, Öltemperatur usw.) die Emissionsminderungsmaßnahmen am Fahrzeug auf der Straße durchgeführt wird.
  • VW verwendet beim EA288 ein sog. Thermofenster, also einer Steuerung der Abgasrückführung anhand der Außentemperatur. Auch dies ist eine Abschalteinrichtung. Dies hat der EuGH mit Urteil vom 17.12.2020, Rechtssache-693/18 (dort Rdn. 40), klar entschieden. Wörtlich formulierte er: „Ein Hersteller darf keine Abschalteinrichtung einbauen, die bei Zulassungsverfahren systematisch die Leistung des Systems zur Kontrolle der Emissionen von Fahrzeugen verbessert, um ihre Zulassung zu erreichen…“

Wie verhält sich Volkswagen?


VW verhält sich grob unredlich. Trotz des offenkundigen Betruges behauptet VW in Klageverfahren, es habe Fahrzeuge mit dem Motorentyp EA288 nicht manipuliert. Der EA288 sei im Gegensatz zum Skandalmotor EA189 sauber. Besonders verwerflich ist, dass VW in Rechtsstreiten, die es mit eigenen Mitarbeitern führt, unumwunden zugibt, dass der Motor EA288 genauso manipuliert wurde, wie der Motor EA189. So kündigte VW seinem ehemaligen Leiter der Dieselmotorenentwicklung im Anschluss an das Auffliegen des Dieselskandals. Dieser zog vor das Arbeitsgericht Braunschweig und hatte mit seiner Kündigungsschutzklage Erfolg (Arbeitsgericht Braunschweig, Urteil vom 10.02.2020, Az. 8 Ca 334/18). Im Urteil steht klar geschrieben, warum VW seinem ehemaligen Chefentwickler kündigte:

  • Anweisung zum Einbau der Umschaltlogik im EA288 trotz Kenntnis eines möglichen Verstoßes gegen geltendes Recht.
  • Keine Unterbindung oder Prüfung des Einsatzes der Umschaltlogik.
  • Keine Verhinderung der Weiterentwicklung der Umschaltlogik
  • Verschleierung der Umschaltlogik gegenüber US-Behörden.
  • Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit dem Typengenehmigungsverfahren für den VW T6 ab dem Jahr 2015.

Folgendes warf VW seinem eigen Chefentwickler in seinem Anhörungsschreiben zur Kündigung wörtlich vor:

„. ……Sie hatten bereits kurz nach Antritt Ihrer Funktion als Leiter der Hauptabteilung „Entwicklung Aggregate Diesel“ (EAD) Kenntnis von der Umschaltlogik und ihrer Funktionsweise erlangt.

In der EAD-Projektrunde im März 2011 wurde die Entwicklung der nächsten Motorengeneration EA288 besprochen. Zu diesem Zeitpunkt war die in der Vorgängergeneration EA 189 implementierte Umschaltlogik noch nicht in der Software der Motorsteuerungsgeräte für den EA288-Prototyp enthalten. Sie ordneten jedoch an, die Umschaltlogik für den Fall, dass der Motor die Emissionsgrenzwerte nicht einhalten konnte, als „back-up" in die Software der Motorsteuerung für den EA288 zu implementieren. Mehrere Zeugen haben dies bestätigt und zudem ausgesagt, dass die Abteilungen „Antriebselektronik" (EAE) und „Entwicklung Aggregate Diesel" (EAD) sich im Rahmen der Entwicklung des EA288 eigentlich einig gewesen seien, die Umschaltlogik nicht zu verwenden und diese erst aufgrund Ihrer Anweisung im Rahmen der EAD-Projektrunde in die Motorsteuerung aufgenommen worden sei…….“

VW gibt also in Verfahren, in denen es eigenen Mitarbeitern kündigt, klar zu, dass der Motor EA288 genauso manipuliert wurde wie der Motor EA189. Dass sie selbiges jedoch in Verfahren von geschädigten Kunden, die ein gesetzeswidriges Fahrzeug erworben haben, abstreiten, zeigt, dass VW die eigenen Kunden wie auch die Umwelt vollkommen egal sind. Die Öffentlichkeit wird von Volkswagen weiter belogen.

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Dr. iur. Florian Gaibler

Dr. iur. Florian Gaibler

Rechtsanwalt, Dipl. Jur.,
Geschäftsführender Gesellschafter

Dominik Wawra, M.Sc.

Dominik Wawra, M.Sc.

Rechtsanwalt, Dipl. Jur.,
Master of Science (Univ., BWL)
Geschäftsführender Gesellschafter

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